Das Ego soll ja wiederkommen... aber anders. Wenn ich die Geschehnisse der letzen Wochen mal Revue passieren lasse, kann das durchaus zutreffen. Es steht nicht im Vordergrund und ich nehme es auch bewusst wahr. Verändert hat sich eindeutig, dass man Positionen klarer deutlich macht als früher - jedoch liebevoll - nicht in Wut oder Zorn, sondern innerlich aus sich heraus. Das Selbstbewusstsein hat sich verändert, was ich eigentlich sogar "logisch" finde. Situationen werden klarer erkannt und auch als solche aufgezeigt. Früher hätte ich das so nicht gemacht. Heute ist es für mich OK, das zu erkennen, aufzuzeigen und trotzdem nicht danach zu streben, dass es umgesetzt wird. Meist formuliere ich es als Bitte... so hat der andere immer die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden. Wie ist das denn bei euch?
Was für ein Ego? Kenn ich nicht, gibts nicht. Es passiert, wie es passiert. Von selbst. Und so ist es OK.
Es ist wie Wellen im Wasser... sie stupsen sich an, verbinden sich, bilden Blasen, spritzen herum und sind glatt und still. Du als Wassertropfen hast nichts in der Hand, es geschieht dir und noch nicht mal dir.
LG von gabi
____________________________________ ...einfach nur leben...
Ja, ich weiß. Dann nenne ich es das Bewusstsein, jetzt eben SO zu sein. Es hat sich eindeutig verändert. Ich war immer derjenige, der sich für andere vor den Zug geworfen hat. Das tut sich nicht mehr auf. Die Situation ergibt sich nicht mehr. Das liegt auch daran, dass ich Grenzen setze bzw. sie sich selbst setzen, bis wohin es mir dabei gut geht. Insofern bin ich aus der illusionären, aber bisher lebensbestimmenden, Opferrolle raus. Ich lebe mein Leben und nicht mehr das der anderen. Bildlich dargestellt war ich früher also unter der Mitte und meine Partner über der Mitte. So funktioniert es ja in der Egowelt in der Regel. Jetzt ist es in der Mitte, die stets veränderlich ist. Was für mich eine Umstellung bedeutet hat... und womit im Moment die meisten nicht klarkommen, weil es eine gewisse Unberechenbarkeit im Leben in sich birgt. Was ja aus früherer Sicht auch logisch ist... LG Holger
Ach so... ich bezog mich auf die Überschrift "das Ego kommt wieder"...
Andere Veränderungen beobachte ich jetzt nicht mehr so genau... Es hat sich sehr verändert. Wie Andere es empfinden, weiß ich nicht, die meisten Freunde von früher melden sich nicht mehr. In der Arbeit: Ich rede nicht mehr viel, halt sachbezogen, und wenn, nehmen sie mich ernster als früher. Blabla interessiert mich nicht mehr, Klatsch oder so. Manche sind verunsichert, wenn ich nicht auf die alten Geschichten reagiere. Und wenn sie mich fragen, wie es mir geht, sag ich gut, und wenn sie mich fragen: was gibts neues, sage ich: nichts. Und damit Ende. Früher hab ich mit geklatscht, aber ich mags nicht mehr. Das Verhältnis zu meinem Chef war schon immer auf gleicher Ebene, weil wir uns seit 30 Jahren kennen.
LG gabi
____________________________________ ...einfach nur leben...
Ja, das ganze drumherum auf Arbeit interessiert mich auch nicht mehr. Ich komme meist ziemlich schnell auf den Punkt. Sachbezogen halt. Damit können die meisten aber nix anfangen. Zumindest in meinem Job, wo oft um des Kaisers Bart gelabert wird. Das Erfassen von Situationen in ihrem Kern geht jetzt noch schneller vonstatten und die meisten glauben nicht, dass vieles so einfach, weil naheliegend, ist. Es passt halt sehr oft nicht in hierarchisches Denken. Merk ich zumindest an den verschiedensten Aussagen meines Chefs. Das Theater geht aber an mir vorbei und ich bin selbst auf Arbeit im Moment sehr zurückgezogen auf's Wesentliche. Um was anderes geht's dort ja auch nicht. Klappt's ist es gut, wenn nicht dann auch. Da hängen keine Emotionen mehr dran.
im Konkreten ergeht es mir sehr ähnlich wie dir. Ich will es aber doch allgemeiner beschreiben, so wie ich es erfahre. Das was sich immer stärker ausdrückt sind Echtheit, Ehrlichkeit, Authentizität. Masken, die man früher getragen hat, fallen immer mehr weg. Dadurch wird das Leben einfacher, klarer und man antwortet auf das was geschieht, direkter und unmittelbarer. Es passiert eine Veränderung deiner selbst und der Lebensumstände. Wir verlieren immer mehr die Angst vor der Unsicherheit, Ungewissheit und Unberechenbarkeit des Daseins und den Wunsch nach Beständigkeit. Alles hat sich verändert und doch hat sich nichts verändert. Die perfekte Illusion der Welt aber bleibt.
Ja, stimmt. Angst hab ich z.B. gar keine mehr. Ich (Ego) bin im Juni 3 Tage hintereinander innerlich noch ein paar mal gestorben und seitdem weiß ich endgültig, dass mir selbst nichts passieren kann. Nur in den sich zeitlich daran anschließenden sich verändernden Dingen im Außen zuckt es manchmal noch ein wenig.... Lieben Gruß. Holger
Ja, gut Gabi, das Ego kommt natürlich nicht wieder. Das ureigene Selbstbewusstsein tritt hervor - was früher aber illusionärererweise durch das Ego verdeckt wurde. Früher sah man sich ja im Ego selbstbewusst.
In Antwort auf:Insofern bin ich aus der illusionären, aber bisher lebensbestimmenden, Opferrolle raus. Ich lebe mein Leben und nicht mehr das der anderen.
ich stellte fest, daß alles was ich nur wegen der anerkennung der "anderen" tat bzw. alles was als nahrung für das kleine ich diente "danach" wegfiel. - ich erlebe mich nun auch wesentlich geradliniger und natürlich unabhängiger von außenenergien. - es bedarf keiner nahrung mehr und deshalb fällt einfach sooo vieles weg. - irgendwie ist das was das "spiel" ausmacht, vorbei. - ich kann mich einfach nicht mehr in diese illusionären bedeutungsinhalte reinleben. - was übrigblieb ist einfach das "SEIN" das wahrnimmt wie die dinge erscheinen und wieder verschwinden. - nichts das ich halten möchte, nichts das ich erreichen möchte. - manchmal ist es ekstatisch, manchmal leer, manchmal melancholisch ...wenn die gedanken im "sein" versinken bleibt eine kindliche freude .....ein lächeln....ein staunen über das wunder dieser illusion.