Man kann diese Dinge immer von zwei Seiten her betrachten, vom Aspekt der Leere und vom Aspekt der Form.
Natürlich sind die Erwartungen der anderen nur Erscheinungen in meinem eigenen Bewusstsein. Es ist auch eine Möglichkeit, sie deshalb einfach nicht-für-wahr zu nehmen ...
Ich persönlich erlebe Ansprüche anderer Menschen auch tendenziell als von außen auf mich zu kommend ...
Wenn sich so etwas dann aufgelöst hat, dann hören allerdings sowohl die von mir wahrgenommenen Erwartungen als auch meine innere Reaktion darauf auf. (Was wieder der Beweis ist, dass so etwas "eigene Bewusstseins-Konstruktionen" sind.)
Mir hat da die Systemtheorie viel geholfen, um das zu verstehen: Ein Beziehungs-System definiert sich über seine Systemeigenschaften. Wenn die verschwinden, dann gibt es auch das System nicht mehr.
Das "System" "Menschen-haben-Erwartungen-und-ich-muss-sie-erfüllen" ist (m)eine Wahrnehmungskonstruktion. Wenn ich das nicht mehr so wahrnehmen muss, verschwindet auch das Leid, dass damit verbunden ist.