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Mein Geburtstag
Was sind das bloss für Tage, die so normal beginnen und ich mir am Abend dann wünsche, sie würden nie enden? Gestern war mein Geburtstag. Bereits um Mitternacht schickte mir D., meine älteste Tochter, ein sehr rührendes Sms, dass ich Tränen bekam: „Mami, ich liebe Dein Herz, Deine Schönheit und Deine Seele. Du bist ein Engel, der Gott mir geschickt hat. Das merke ich jeden Tag mehr und mehr.“ Welche Mutter würde da nicht vergehen.
Ich sass wie jeden Morgen am Computer und sah, dass mir auch schon im Facebook gratuliert worden war, auch von Menschen, von denen ich schon lange nichts mehr gehört habe. Habe mich sehr darüber gefreut. Mein Verlobter rief mich an, bevor er zur Arbeit ging und auch meine Schwägerin und meine Mutter, die mir ein fröhliches Happy Birthday sangen. Ich war froh, dass alle Kinder zur Schule gegangen waren und keines davon mit Kopf- oder Bauschmerzen zu Hause geblieben ist. Ich fragte das Dienstmädchen, ob wirklich alle gegangen seien und sie sagte ja, was mich auch sehr freute.
Ich machte mich bereit, um zum Zahnarzt zu gehen. Dann bemerkte ich wieder diesen Druck in meiner Brust, den ich so oft spüre. Ich lächelte und fragte mein Herz, was denn los sei. Ich sagte, dass es willkommen sei, dass ich bereit sei, zu fühlen und ihm zuzuhören. Auch auf dem Weg zum Zahnarzt blieb ich die ganze Zeit in meinem Herzen, um diesen Druck zu fühlen. Es hat mich zu Tränen gerührt, denn ich merkte, dass das eine Liebesbeziehung ist, die Beziehung zu meinem Herzen, welches mir so oft in Form von Gefühlen Botschaften sendet. Ich sagte zu meinem Herzen, dass ich es nie wieder im Stich lassen würde, dass ich immer für es da sei und ihm zuhören wolle, nie wieder würde ich es ignorieren oder die Gefühle verdrängen. Ach, ich wünschte, liebes Herz, ich könnte Deine Sprache besser verstehen. Was willst Du mir sagen? In Worte nicht zu beschreiben, wie dadurch die Liebe zu meinem Herzen immer grösser und grösser wurde. Mir wurde die Zartheit dieser Liebe bewusst, mir wurden die Mittel bewusst, wie sich Herzen ausdrücken können, eben nur durch Gefühle, ganz leise und sanft. Und so oft übertöne ich es mit meiner Stimme. Mein Herz will gefühlt werden, es will wirklich mit mir kommunizieren. Die ganze Zeit blieb ich mit meiner Aufmerksamkeit im Herzen, auch beim Zahnarzt. Erst ein Telefongespräch mit D. warf mich aus dieser Liebesbeziehung heraus und es war nicht so einfach, wieder dahin zu gelangen. So beobachtete ich, dass ein Gefühl, auch wenn es sich nicht so angenehm anfühlt, wie ein Sprungbrett für mich ist, um in dieses Liebesmeer hineinzuspringen.
Im Laufe des Tages kam wieder diese Sinnlosigkeit in mir auf, dieses komische Gefühl und ich fragte mein Herz, ob ich etwa wieder in diese Traurigkeit fallen würde, wie damals schon. Ich war doch jetzt lange Zeit so positiv und fröhlich, doch seit einigen Wochen verfolgt mich immer wieder diese Sinnlosigkeit und „keine Freude am Leben haben“.
Als die Kinder von der Schule nach Hause kamen, umarmten sie mich, fast alle gleichzeitig, und gratulierten mir zum Geburtstag. Auch mein Ex rief an und gratulierte mir zum Geburtstag. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich seine Stimme hörte. Ich ging dann wieder in mein Zimmer, um in einem Buch zu lesen. Und wieder diese Sinnlosigkeit. Es läutete an der Tür und das Dienstmädchen kam mit einem wunderschönen Blumenstrauss, mit weissen Blumen und roten Rosen in mein Zimmer. Dies sei vom Chauffeur für mich, sagte sie. Das war wirklich eine Überraschung. Ich fühlte mich gesegnet. Die Kinder fanden es auch herzig von ihm. Ich fotografierte den Blumenstrauss, so schön war er.
Ich ging wieder in mein Zimmer und sprach mit meinem Herzen, meiner Seele, Gott und den Engeln (bei letzteren; wenn es Euch wirklich gibt) und fragte nach dem Sinn von Schmerz. Ich verstehe nicht, was mit mir los ist, warum fühle ich immer wieder diese Sinnlosigkeit und diesen damit verbundenen Schmerz? Wie es der Zufall will, hatte ich ein Buch in der Hand, die genau auf diese Fragen eine Antwort hatten. Da fragte der Autor: „Hallo Imahel, mein Schutzengel, ich fühle mich so verloren, traurig, alleine, vor allem habe ich die Freude am Leben verloren. Kannst Du mir helfen? Was ist los mit mir?“ Ich staunte nicht schlecht, denn genau diese Fragen hatte ich mir auch gestellt. Er bekam die Antwort: „Michael, Du befindest Dich zurzeit mitten im Transformationsprozess Deines EGOs. Es verliert jede Anhaftung und dies macht Deinem EGO so grosse Angst.“ Diese Antwort las ich etwa 10 mal, weil ich so überrascht war. Dann überkam mich eine Erleichterung, meine Sinnlosigkeit anzunehmen und ich sah ein, dass es keinen Sinn machte, mich weiterhin zu fragen, ob ich dabei sei, in Depressionen verfallen.
Weiter fragte der Autor: „Imahel, bitte, ich will endlich wieder leben können, Freude erfahren, einen Sinn erfühlen, erfüllen! (Wow, genau diese Frage nach Erfüllung beschäftigt mich seit einiger Zeit, was für ein Zufall!) Weisst Du, wie sehr ich genug habe von diesem Leben? Kannst Du mir helfen?“ (Auch diese Aussage hätte von mir sein können, ich habe genug von diesem Leben) Ich war sehr überrascht, exakt meine Gefühle in diesem Buch zu finden, also doch kein Zufall, dass es mir in die Hände gefallen ist. Er bekam die Antwort: „Natürlich, Michael, kann und will ich das! Kannst Du annehmen, dass hinter allem ein tiefer Sinn liegt? Gut, dann vertraue weiter auf diesen tiefen Sinn und gib im Augenblick Dein Bestes. Sei Dein ganzes Fühlen, sei Du in Dir und beobachte Dich! Du weisst, meine und unser aller Liebe sind bei Dir.“ Als ich das las, wusste ich, dass alles gut ist, wie es ist. Ich war beruhigt, dass es nichts Schlimmeres ist 
Ich stand auf und machte mich bereit, um mit den Kindern und dem Verlobten meiner Tochter zum Essen auszugehen. Auf dem Balkon, mit Kerzenlicht, tranken dann mein Sohn und ich ein Glas Wein und stiessen auf meinen Geburtstag an. Es klingelte an der Türe und ein Bote brachte einen riesigen Topf mit wunderschönen Orchideen. Ich war überwältigt von dieser Schönheit. Diese waren von R., dem Verlobten meiner Tochter. Ich fühlte mich so gesegnet.
Alle Kinder hatten sich hübsch angezogen und auch ich zog seit langem wieder einmal ein Kleid an und schminkte mich ein bisschen. Vor dem Restaurant wartete dann noch eine Überraschung auf mich, denn meine Lieblingsschwägerin und ihre Tochter waren auch gekommen, um mit uns zu feiern. Ich freute mich sehr. Die Stimmung war sehr schön und fröhlich, was nicht nur am Weisswein lag, den wir dort tranken. Alle fühlten sich wohl und ich genoss das Zusammensein mit meiner Familie. Kaum zu glauben, dass ich den ganzen Tag in der Sinnlosigkeit gewesen und jetzt so fröhlich war. Wir verabschiedeten uns voneinander und fuhren in derselben guten Stimmung nach Hause.
Als wir heimkamen, war es dunkel und ich fragte, wo denn das Dienstmädchen sei und weshalb die Türe offen sei. War sie noch etwas einkaufen? Aber die Kinder führten mich in das Wohnzimmer, wo auf dem Tisch Kerzen, Geschenke und ein lustiger Happycake-Ballon mich anstrahlten. Alle die im Restaurant waren, sind dann auch noch gekommen, auch der Verlobte von D. Wow, diese Überraschung, ich hatte doch gedacht, der Abend wäre zu Ende. Niwantika, das Dienstmädchen, kam aus dem Dunkeln mit einer Cheescake-Torte und feuerwerksähnlichen Kerzen darauf in das Wohnzimmer und alle sangen Happy Birthday. Ich war entzückt. Der schönste Geburtstag ever. Eine übergrosse Geburtstagskarte, in die jedes der Kinder etwas Persönliches darin geschrieben hatte, las ich laut vor. Diese Liebesbekundungen meiner Kinder, in kindlicher Sprache der Unschuld geschrieben, rührten mich zu Tränen. Bin ich gesegnet. Auch das Geschenk unseres Dienstmädchens und die wunderschöne Karte, die sie für mich geschrieben hatte, erfüllte mich mit sehr viel Glück und Dankbarkeit. Meine Angestellten mögen und schätzen mich, das freut mich unheimlich, dass sie sich wohl fühlen bei uns. Beim Einschlafen sagte ich immer wieder: Danke, danke, danke!
Heute habe ich etwas Kopfschmerzen wegen dem Wein, weil ich es mir nicht gewohnt bin. Aber es war es wert, zu feiern, dass es uns alle gibt.

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