Newsletter Nisarga.de vom 31. Januar 2011 Herausgegeben von Hermann R. Lehner
Eier, die Kombination von Hitze und Feuchtigkeit, Lebendgeburten und Samen sind die vier Quellen, aus denen alle Wesen kreiert werden. In allen Wesen funktioniert Prana [Lebensenergie] nur durch die "Kraft des Selbsts". Die Zustände Kindheit usw. haben keinen Effekt auf Prana, wie also können Sie das Selbst beeinflussen? Das Individuum bindet sich durch seine falschen Vorstellungen selbst. Im Wünschen [Verlangen] liegt die Gefangenschaft. Ich werde es erklären.
Was immer du willst ist an einem bestimmten Ort. Wenn du es willst, so musst du dorthin gehen, wo es sich befindet. Dort musst du warten, bis du bekommst, was du willst, und manchmal wird dein Wunsch erfüllt. Dann, wenn du bekommen hast was du wolltet und es von dort nicht mitnehmen kannst, musst du dort bleiben. Nur dann kannst du dieses Objekt genießen oder verwenden. Wenn wir es also nicht dorthin mitnehmen können wo wir hingehen, müssen wir dort beiben, weil wir es wollen [es bedürfen]. Dies ist die Gefangenschaft des Wünschens.
Wenn du nicht gefangen sein willst, musst du deine Wünsche aufgeben. Nur dann kannst du sie loswerden. Solange Wünschen da ist, solange ist auch eine Inhaftierung vorhanden, damit ist gemeint, dass du dort leben musst (in der Welt). Ein Wunsch bringt mit sich, dass du in der Nähe dieses Objekts leben musst.
Wenn du die Wünsche [das Verlangen] aufgibst, ist die "Befreiung" sicher. Wünsche zu beherbergen ist selbst Gefangenschaft. Wenn alle Wünsche für immer verworfen werden, wird man zur [höchsten] Realität, während das Individuum, mit all seinen Wünschen, die es schnüren, abwärts in Richtung Zerstörung geht.
[Sri Siddharameshwar Maharaj - Auszug aus 'Master of Self-Realization']
Alles Liebe Hermann R. Lehner
____________________________________ ...einfach nur leben...
danke, dass du das hier reingestellt hast. Mit dem Thema beschäftige ich mich auch recht intensiv. Wunschlosigkeit. Aufgeben jeglichen Wollens... Würde mich gerne mit dir darüber austauschen, wenn du magst. Wie hast du diese Ideen empfunden?
Mir leuchtet es ein, dass ich durch meine Wünsche gefangen bin. Dass ich meine Gefangenschaft unterschreibe. Etwas zu wünschen heißt, was ganz Bestimmtes zu wünschen. Also alle andere Möglichkeiten auszuschließen. Alles was ein ganz wenig von dem Gewünschten abweicht, wird als ablehnungswürdig empfunden. Also nichts mehr wünschen... Aber wie? Meiner Erfahrung nach werde ich ganz leer, wenn ich meine Wünsche unterdrücke. Gut, man könnte es als herrliche Stille bezeichnen, aber ist das wirklich? Verzeih wenn ich oft vieles hinterfrage, es ist meine Art Dinge auseinander zu nehmen. Es ist nicht ketzerisch und wohlgemeint...
Ich habe den Verdacht, dass die Erwartung an mir selbst, an Weltlichen nicht mehr zu hängen, mir mehr raubt, als ich aufgeben wollte... Wie siehst du das? Natürlich nur wenn du magst. Nichts muss, alles kann...
ich halte nichts davon, seine Wünsche zu unterdrücken - im Gegenteil ist meine Erfahrung, dass es gut ist, die Erfüllung anzustreben. Meist merkt man ja dann, dass es das erhoffte Glück auch nicht bringt, wenn sie erfüllt werden... oder man bekommt sie in einer Fülle erfüllt, dass man wünscht, man hätte es sich nie gewünscht... :-)
Ich glaube, es ist nicht möglich, Wünsche willentlich los zu lassen...
Wünsche können von selbst abfallen.
Viele Wünsche hängen mit der Illusion zusammen, ein Ich zu sein, das getrennt ist und Dies und Das braucht, um sich vollständig zu fühlen... In Wirklichkeit brauchen wir ja nicht mehr als das Notwendige: ein Dach über dem Kopf, Wärme, Kleidung, Essen, Trinken und ab und an menschliche Nähe, Sexualität. Und das was wir so sehr brauchen, was uns nährt und uns beglückt, schenkt uns das Leben in Hülle und Fülle: die Natur, den Himmel, Berge, Flüsse, Erde, Tiere, Vögel... Geräusche, Gerüche, Augenweiden.... wir sind so reich...
Ich habe nicht gegen meine Wünsche gekämpft, ich habe sie verfolgt und versucht, die Erfüllung zu erreichen. Meine Erfahrung war jedoch, dass die Erfüllung mich nicht glücklich gemacht hat, bzw. dass dem einen Wunsch sogleich ein nächster folgte... Mein größter Wunsch war der Gott zu finden, mich selbst zu finden. Mit der Erfüllung dieses Wunsches fielen alle anderen ab. Und dieser Wunsch wurde erst erfüllt, als ich ihn gerade aufgegeben hatte...
Aufgeben geht nur an dem Punkt des Überdrusses oder dann wenn man begreift: ich kann nichts tun, ich konnte nie etwas tun, ich werde niemals etwas tun können um Frieden zu finden...
Ich weiß nicht, ob dir das weiter hilft. Was wünschst du dir denn? Was fehlt dir?
Es gibt gute Bücher zu dem Thema von Deepak Chopra.... Wünschen ist nichts Schlechtes... wie gesagt, es kann durchaus auch die Evolution des Lebens sein, die uns voran treibt und einfach immer wieder Veränderung und Neuerung möchte...
Erzähl ein bisschen von dir, was dich da bewegt... wenn du magst...
Liebe Grüße,
gabi
____________________________________ ...einfach nur leben...
Du hast zwar Gabi angesprochen, ich fühl aber grad den Impuls, Dir was dazu zu schreiben, und Gabi kann ja trotzdem, gell Gabi ;-)
(edit: Sieh da, sieh da, Gabi kam mir zuvor :-)
> Meiner Erfahrung nach werde ich ganz leer, wenn ich meine Wünsche unterdrücke.
Geht, glaub, net drum, irgendwas zu unterdrücken eher bewusst anschauen... da sein lassen... ja, bewusst anschauen... die Wünsche... und genau hinschauen, ob mich die Erüllung der Wünsche wirklich glücklich machen würde.
Da muss dann net groß was unterdrückt werden... oft reicht die Erkenntnis, dass mich die Erfüllung meiner Wünsche au net glücklich(er) machen würde... dass ein Loslassen (der Wünsche) von ganz alleine geschieht bzw. selbige sich einfach auflösen und zu Staub zerfallen. Auch wenn ich erkenne, dass "ich" (mein Verstand) im Grund keine Ahnung habe, was in meinem Leben (noch) geschehen soll.
Joh, dann sind die Wünsche weg (oder au net), und ich geb mich einfach dem hin, was so daherkommt. Und wenn da ein Nein ist zu dem, was daherkommt, dann geb ich mich eben dem Nein hin... bloß keine Konzepte machen.
> Ich habe den Verdacht, dass die Erwartung an mir selbst, an Weltlichen nicht mehr zu hängen, > mir mehr raubt, als ich aufgeben wollte...
Du, ganz ganz easy. Kannst alle Wünsche behalten, no problem. Auch diese ganzen Erleuchteten ham noch Wünsche (in ihrem Verstand), würd ich mal behaupten, nur nehmen die die nimmer so ernscht.
Bloß Wolken am Himmel, die auftauchen und - wenn ein "ich" keine Story draus baschtelt - wieder verschwinden.
Keine Wünsche mehr haben zu wollen, das Wünschen loslassen wollen sind alles immer noch Wünsche. Wie Rama schon sagte. Schau einfach, ob Dir ein ganz konkreter Wunsch in seiner Erfüllung dauerhaft etwas bedeutet. Wünsche sind grundsätzlich okay. Einfach kein großes Ding draus zu machen ist schon befreiend. Ich denke, Wünsche gehören zum Menschsein dazu. Sie werden vom Leben erfüllt oder nicht. Sie sind wie Wolken, die kommen und gehen, der Himmel ist davon unberührt. Wolken sind auch nichts Negatives...
nein, die Erfüllung meiner Wünsche macht mich nicht glücklich. Es tauchen ständig neue auf, die dann "sicher" zum Angekommensein führen werden . Also es ist ein Karussel ohne Anfang und ohne Ende. Das habe ich erkannt, erfahren am eigenen Leib. Oft wird Billanz gemacht und meistens fehlt was. Was dann doch zum großen Glück führen soll. Klar ist all das Unsinn, mein Gehirn versucht die Lage zu kontrollieren und mit Mangel vorzugaukeln. Die Fülle ist zu... sagen wir zu "problemlos", zu abstrakt. Sie ist einfach da, ob man das wahrnehmen kann oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung...
Mein Kopf klammert sich an "Fassbaren" und sowas wie Stille und Fülle sind es nicht. Und doch gibt es jeder einzelne Augenblick, so vollkommen und so rein. Der Augenblick ist zu kurz um überhaupt den Status beschreiben zu können. Zu kurz, um Zahnschmerzen wahrzunehmen. Zu kurz um zu leiden. Nur wer erfasst sie schon, diese einzelne Momente? Ich selten... Wenn ich im Wald bin und die Sonne untergeht, der Himmel ganz rot ist und alles so still, dann ist es da. Und ich merke überracsht, dass ICH nicht da bin. Es gibt kein Ich, sondern nur die Sonne, die instantan diesen Spektakel ermöglicht. So atemberaubend schön... In solchen Augenblicke kann ich die Ewigkeit wahrnehmen, das slebstlose Sein. Alles gesammelt in diesem einen Augenblick und niemand da, der das festhalten möchte... Herrlich...
Ich danke euch für die Legitimation meiner Wünsche , ob sie je von alleine aufgeben, wird sich zeigen. Ich mache mal nichts - nicht dass ich wirklich "machen" könnte, aber wollen würde ich schon manchmal. Ich habe so eine Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn man Liebe ist. Wie sich diese Energie anfühlt. Und fühle mich so unendlich dankbar dafür...
nein, die Erfüllung meiner Wünsche macht mich nicht glücklich. Es tauchen ständig neue auf, die dann "sicher" zum Angekommensein führen werden . Also es ist ein Karussel ohne Anfang und ohne Ende. Das habe ich erkannt, erfahren am eigenen Leib. Oft wird Billanz gemacht und meistens fehlt was. Was dann doch zum großen Glück führen soll. Klar ist all das Unsinn, mein Gehirn versucht die Lage zu kontrollieren und mit Mangel vorzugaukeln. Die Fülle ist zu... sagen wir zu "problemlos", zu abstrakt. Sie ist einfach da, ob man das wahrnehmen kann oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung...Mein Kopf klammert sich an "Fassbaren" und sowas wie Stille und Fülle sind es nicht. Und doch gibt es jeder einzelne Augenblick, so vollkommen und so rein. Der Augenblick ist zu kurz um überhaupt den Status beschreiben zu können. Zu kurz, um Zahnschmerzen wahrzunehmen. Zu kurz um zu leiden. Nur wer erfasst sie schon, diese einzelne Momente? Ich selten... Wenn ich im Wald bin und die Sonne untergeht, der Himmel ganz rot ist und alles so still, dann ist es da. Und ich merke überracsht, dass ICH nicht da bin. Es gibt kein Ich, sondern nur die Sonne, die instantan diesen Spektakel ermöglicht. So atemberaubend schön... In solchen Augenblicke kann ich die Ewigkeit wahrnehmen, das slebstlose Sein. Alles gesammelt in diesem einen Augenblick und niemand da, der das festhalten möchte... Herrlich...Ich danke euch für die Legitimation meiner Wünsche , ob sie je von alleine aufgeben, wird sich zeigen. Ich mache mal nichts - nicht dass ich wirklich "machen" könnte, aber wollen würde ich schon manchmal. Ich habe so eine Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn man Liebe ist. Wie sich diese Energie anfühlt. Und fühle mich so unendlich dankbar dafür...
In Liebe, Gabriella
Liebe Gabriella, da die Fülle einfach zu problemlos ist, ist sie auch zu gewöhnlich. Und es braucht dazu auch keine besonderen Umstände. Es ist nicht unbedingt im euphorisch erlebten Sonnenuntergang, es ist auch genau dann, wenn es allzu gewöhnlich ist. Der Verstand macht daraus etwas besonderes, der kann nicht anders...genau damit und mit seiner Suche danach und dem Festhalten daran zögert er es hinaus.
Auf Vorgabe, weil einem da ein besseres Leben erwartet oder was auch immer, seine Wünsche loswerden zu wollen, ist ja auch nur wieder ein Wunsch. Ein Wunsch auf dem Wunsch, sozusagen. Nö, wenn ein Wunsch da ist, lass ich ihn da sein. Und, wenn loslassen da ist, wird loslassen da sein. Ich hab da keinerlei Beeinflussungsmöglichkeit. Also, alle Wünsche dieser Welt, ihr dürft kommen... ...oder auch nicht. Wie ihr wollt.