Bin hier derzeit in einer Klinik für Psychosomatik, hier sind viele Patienten mehr oder weniger depressiv, und ich erlebe solche Menschen zum ersten Mal aus der Nähe. Es ist sehr interessant. Es gibt da im Großen und Ganzen zwei Typen, der eine Typ redet unentwegt und braucht Zuhörer, um seine Leiden zu schildern und seine Enttäuschungen, der andere Typ ist völlig in sich gekehrt und traurig, völlig ziel- und antriebslos. Der erste Typ flüchtet ständig vor der inneren Leere, der zweite Typ verzweifelt an ihr.
Ich glaube fast, die Leere der Depressiven ist die Gleiche wie die, von der die Erwachten reden... nur kann der Dpressive sie nicht genießen, sie nicht einordnen, sie nicht schätzen... weil da die Identifikation mit dem Ego so stark im Vordergrund ist, weil das Ich dort nichts für sich finden kann, hat es Angst, hat es kein Vertrauen, ist es traurig. Sie kennen nicht die Lust, die entstehen kann, wenn das Ich sich in der Leere auflöst. Das Ich hält krampfhaft fest an seinem Leiden und schiebt die Panik.
Es bewegt mich, diese Leidenden zu sehen. Ich denke, Advaita könnte für manchen die "Endlösung" bieten... wenn es nicht so völlig fremdartig und furchteinflößend wäre für solche Menschen.
Letztlich ist alles Leiden leiden am Ich. Oder sagen wir das meiste.
Ich hatte ja vor einem ca 15-16 Jahren selbst eine Depression und es war tatsächlich so, dass es mir vorkam ,als ob ein Riesieger Staubsauer, an der Stelle wo das Herz ist, mich aufsaugte (meine Welt aufsaugte). Ich empfand das damals als totale Bedrohung (oder mein Verstand eben)und die Folge war, dass ich mir das Leben nehmen wollte. Das gelang gottseidank nicht.
Du hast recht, diese Leere der Depression und des Erwachens sind möglicherweise ganz ähnlich oder das selbe ;o)
danke für deine Offenheit! Hast du es echt versucht? Ich mein, dir das Leben zu nehmen? Ich hab früher auch mit dem Gedanken gespielt...
Depressionen kenne ich auch aus eigener Erfahrung, das war gruselig... da wurde es so was von schwarz, als würde man in ein dunkles Loch fallen. Ich konnte nur noch liegen und wäre am liebsten nie mehr aufgestanden... war wie gelähmt... Es dauerte ein paar Stunden, ich stand nur deshalb wieder auf, weil ich mich um mein Kind kümmern musste... Der Auslöser war, dass meine Hoffnungen sich einfach nicht erfüllen wollten.
Depression ist mir auch nicht unbekannt, aber Selbstmord war nie eine Option für mich, da mir intuitiv klar das dies nicht das Ende ist.
Meine Eltern sagen mir immer, lass dich nicht so hängen. Jetzt lass ich mich einfach hängen und alle Vorsstellungen an mir vorbeiziehen. Darf in diesem hängen lassen erfahren das das LEBEN mich auffängt und es einfach geschieht
LOVE Ramesh
Betrachten wir immer wieder den Geist, der nicht betrachtet werden kann,
auch für mich war Selbstmord nie eine option. Und ich wusste oder ahnte sehr wohl dass es nicht das ende ist. Dennoch konnte ich damals nicht anders als dem Impuls zu folgen!
habe nun eure Beiträge ein paar Tage auf mich wirken lassen und auch im Satsangforum gabs gestern einen Thread zu Depressionen wo einiges stand was ein paar Groschen bei mir fallen ließ. Ich hab nach der Geburt meines Sohnes ca. 10 Jahre lang (mit Unterbrechungen) unter Depressionen gelitten. Wollte mir auch mal das Leben nehmen (und das obwohl ich damals noch an Reinkarnation glaubte Einmal weil ich wollte das dieses Grauen, die furchtbaren Gefühle der Selbstverachtung ein Ende haben und zum anderen wollte ich dem lieben Gott wohl beweissen, dass wenigstens das noch meine Entscheidung ist ob ich leben oder sterbe. Bis vor ein paar Tagen war ich noch felsenfest davon überzeugt, das diese Leere der Depression und die des Erwachens unmöglich das Gleiche sein können. Als gestern und heute Morgen dann mal wieder dieser Anflug von "Depressionsgefühl" kam, ist es mir das erst mal gelungen nicht zu denken "oh nein, nicht wieder das schwarze Loch", sondern es mal zuzulassen. Schwer zu beschreiben, aber früher war es eher so, als würde ich vor dem Loch "stehenbleiben" und mit aller Gegenwehr versuchen nicht von ihm verschlungen zu werden. Heute nun passierte es, dass da kein Widerstand war und ich das Gefühl hatte, alles fällt in dieses Loch, in diese schwarze Leere......immer tiefer und tiefer. Nur.......plötzlich merkte ich, alles was da "reinfällt", verschlungen wird sind Gedanken, Gefühle, Vorstellungen. Das Fallen dauerte und dauerte und nahm kein Ende und das Loch/die Leere wurde auch immer grösser schien mir. Nur im Gegensatz zu früher war da keine Angst in mir, ich hatte keine Angst, das "mir" etwas passieren würde. Seltsam das ganze und eigenartigerweise auch sehr erleichternd. Da war kein sollen und müssen mehr, kein Widerstand. So ganz anders als früher fühlte sich das an. Wie soll ich sagen.......nicht mehr bedrohlich, verkehrt und "unnormal".
hm.....was mir grad so noch kam. Im Grunde hab ich an der Leere gelitten, weil ich die Vorstellung hatte da müsste "etwas" sein (Gedanken, Gefühle oder was immer?) Jetzt ist da auch manchmal Leere, aber nicht der Wunsch sie solle nicht sein und somit auch kein Leid. Gabi sag das doch mal deinen Mitpatienten in der Klinik wie einfach die Lösung sein kann. (ich weiss...heut bin ich wieder giftig)