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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 426 mal aufgerufen
 Allgemeines Forum
Seiten 1 | 2
Patrick

Beiträge: 388

07.08.2009 06:37
#11 RE: Abendstimmung Zitat · antworten

Zitat von Suprya
Zitat von Patrick
Zitat von Suprya
Den "Leierman" erobere ich mir gerade auf der Gitarre.
Liebe Grüsse
Suprya



Du hast ein gutes, ein echtes Gefühl für deinen Grund. Für das, aus was heraus du seien kannst. Zählt mehr als scheinbar mögliche oder unmögliche Wege wo auch immer hin. Ist sehr schön, kommt total an.

LG
Patrick




Ja, da hocke ich, in diesem Urgrund und schaue erstaunt in alle Richtungen, sehe die Wege und Unmöglichkeiten jemals anzukommen.
Manchmal läuft Suprya raus und geht irgendwohin, tanzt oder ackert irgendwo, aber sie kommt immer wieder zurück.
Der Urgrund ist der Feierabend.

Suprya





Hallo Suprya,
ich schrieb das Posting an dich hinsichtlich deiner Beschäftigung mit einem Lied einer seltsamen Stimmung. Mit dem Grund meinte ich nicht irgend etwas der letzten Wahrheit. Das kann eh nicht das Thema sein. Ich rede immer nur von Momentaufnahmen. So ein Grund kann eine seltsame Stimmung, eine Erinnerung an einen Menschen, ein Lied oder, was bei mir häufig der Fall ist, ein Ort sein. Ich rede nicht von Wahrheit. Irgendwo habe ich mal gelesen und halte das für ziehmlich nah dran: Ist eine Wahrheit erst einmal geschrieben (oder gesagt), bleibt sie meist nicht lange wahr. Vielleicht liebe ich das Reden und das Schreiben über alles Seltsame so sehr, da es mich immer tiefer reinzieht. Das Höhlenmännchen sprach doch davon, daß je tiefer du kommst, umso mehr Tiefe bleibt zu erforschen. Meiner Meinung nach, und es muß nicht die Wahrheit sein, entsteht meine Welt mit dem Schritt. Jeder Schritt erschafft die Welt in die Richtung hinein, in der er gemacht wird. Ist nur eine Erfahrung, trügerisch vielleicht. Weiß nicht. Für mich ist das Suchen nach Wahrheit bedeutungslos. Momentaufnahmen leben, bedeutet für mich, die Wahrheit zu leben. Nicht irgend eine letzte, eine höchste. So wie deine Gedichte Momentaufnahmen sind. Letztlich scheinen alle Fragen der Menschen, nur Fragen der Form seien zu können. Die perfekte Form, die perfekte Momentaufnahme scheint alles was möglich ist.

Lieber Gruß
Patrick

Suprya

Beiträge: 3.644


07.08.2009 13:02
#12 RE: Abendstimmung Zitat · antworten

Zitat von Patrick

Hallo Suprya,
ich schrieb das Posting an dich hinsichtlich deiner Beschäftigung mit einem Lied einer seltsamen Stimmung. Mit dem Grund meinte ich nicht irgend etwas der letzten Wahrheit. Das kann eh nicht das Thema sein. Ich rede immer nur von Momentaufnahmen. So ein Grund kann eine seltsame Stimmung, eine Erinnerung an einen Menschen, ein Lied oder, was bei mir häufig der Fall ist, ein Ort sein.
Lieber Gruß
Patrick




Hallo Patrick,
ja, die Wahrheit ist ein flüchtig Ding. Versuchtst du sie zu ergreifen, ist sie verschwunden.
Ich mag auch lieber sprechen von einer höchstmöglichen Ehrlichkeit mit sich selber. Dann erscheinen Wahrheiten um Wahrheiten. Schichten um Schichten, die niemals irgendwo endgültig sind. Es gibt sie nicht, weil auch das Leben nicht starr ist. Was eben noch wahr erschien ist längst geflohen.
Ich teile mit dir die Vorliebe für das Seltsame. Ich habe mal vor etwa 30 Jahren ein Buch entdeckt, was zu meinen Schätzen gehört. Hier ein Bild:
http://thumbs1.ebaystatic.com/pict/3701673123934040_1.jpg
Es ist ein Bild- und Gedichtband, das die Zeit des fin de siecle, einer besonderen Kunstform des ausgehenden 19 Jahrhunderts beschreibt. Darin finde ich faszinierende Texte und Gedichte, die mich seltsam berühren und anziehen. Ein Beispiel und liebe Grüsse an dich
Suprya

Was ich liebe
Ich liebe die hektischen, schlanken
Narzissen mit blutrothem Mund;
Ich liebe die Qualengedanken,
Die Herzen zerstochen und wund;

Ich liebe die Fahlen und Bleichen,
Die Frauen mit müdem Gesicht,
Aus welchen in flammenden Zeichen,
Verzehrende Sinnenglut spricht;

Ich liebe die schillernden Schlangen,
So schmiegsam und biegsam und kühl:
Ich liebe die klagenden, bangen,
Die Lieder von Todesgefühl;

Ich liebe die herzlosen, grünen
Smaragde vor jedem Gestein;
Ich liebe die gelblichen Dünen
Im bläulichen Mondenschein;

Ich liebe die glutendurchtränkten,
Die Düfte, berauschend und schwer;
Die Wolken, die blitzedurchsengten,
Das graue wuthschäumende Meer;

Ich liebe, was niemand erlesen,
Was keinem zu lieben gelang:
Mein eigenes, urinnerstes Wesen
Und alles, was seltsam und krank.

Felix Dörmann
(* 29.05.1870 , † 26.10.1928)

---------------------------------------------
Ich wurde nie gefunden
_______________________________________
schau doch mal rein: www.suprya.de
supryaworte.blogspot.com

Suprya

Beiträge: 3.644


07.08.2009 18:33
#13 RE: Abendstimmung Zitat · antworten

Je älter ich werde,
desto mehr liebe ich
Gedichte.
Stimmen sie mich doch
in Kürze auf etwas ein,
was sonst soviel Zeit
zum Schälen bräuchte.

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Ich wurde nie gefunden
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supryaworte.blogspot.com

Patrick

Beiträge: 388

07.08.2009 18:54
#14 RE: Abendstimmung Zitat · antworten


Zitat von Suprya
Je älter ich werde,
desto mehr liebe ich
Gedichte.
Stimmen sie mich doch
in Kürze auf etwas ein,
was sonst soviel Zeit
zum Schälen bräuchte.




Ja. Direkt und weg. Gar nicht hinein. Sofort drinnen aufwachen. Perfekte Lust - da perfektes Eingehen. Mehr als ein Gedicht geht nicht. Form.

Lieber Gruß
Patrick

Patrick

Beiträge: 388

07.08.2009 19:01
#15 RE: Abendstimmung Zitat · antworten

Zitat von Suprya


Was ich liebe
Ich liebe die hektischen, schlanken
Narzissen mit blutrothem Mund;
Ich liebe die Qualengedanken,
Die Herzen zerstochen und wund;

Ich liebe die Fahlen und Bleichen,
Die Frauen mit müdem Gesicht,
Aus welchen in flammenden Zeichen,
Verzehrende Sinnenglut spricht;

Ich liebe die schillernden Schlangen,
So schmiegsam und biegsam und kühl:
Ich liebe die klagenden, bangen,
Die Lieder von Todesgefühl;

Ich liebe die herzlosen, grünen
Smaragde vor jedem Gestein;
Ich liebe die gelblichen Dünen
Im bläulichen Mondenschein;

Ich liebe die glutendurchtränkten,
Die Düfte, berauschend und schwer;
Die Wolken, die blitzedurchsengten,
Das graue wuthschäumende Meer;

Ich liebe, was niemand erlesen,
Was keinem zu lieben gelang:
Mein eigenes, urinnerstes Wesen
Und alles, was seltsam und krank.

Felix Dörmann
(* 29.05.1870 , † 26.10.1928)





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