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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 333 mal aufgerufen
 Allgemeines Forum
Reiner

Beiträge: 73

04.05.2009 14:54
Meditation Zitat · antworten

Meditation
Was ist Meditation?
Wozu dient Meditation?


Kurzantwort:

Meditation ist still werden und dient dazu, sich wieder anzuschließen, das Bewusstsein auf das Sein auszurichten.


Langfassung

Es gibt in der Geschichte viele Traditionen, die mit Meditation arbeiten. Meditation bedeutet im eigentlichen Sinne nur, das Außen aktiv auszuschalten, um sich darauf zu besinnen, wer wir wirklich sind. Die Tür zu öffnen, die Quelle freizuschaufeln, ping zu machen, wie auch immer man es nennen möchte. Der Sinn ist immer derselbe: ping spüren, die Stille spüren, alles abzulegen, alles loszulassen und in tiefem Vertrauen eins werden mit der allumfassenden Liebe. Das ist Meditation.

Meditation beginnt mit einem bewussten Akt der Absichtserklärung. Die Dauer der Meditation ist unbedeutend. Wenn das Ziel der Meditation eins werden mit uns selber, mit unserem Wesenskern ist, so ist das ja bereits erreicht. Wir sind es ja, ob wir es bewusst spüren oder nicht. Also sind wir bereits Meditation, wir sind da, wir sind alles. Dies aktiv zu spüren, bedeutet auch, es im Spiel zu sehen, auch bewusst dort zu bleiben.

Es ist gleichgültig, ob ich eine Stunde mit geschlossenen Augen verbringe oder 4 Stunden oder 3 Wochen oder 3 Jahre. Solange ich im Spiel bin, bin ich auch Teil davon. Die Besinnung auf das, was ich wirklich bin, ermöglicht es, ein harmonisches Spiel zu spielen. Wenn ich mich aus dem Spiel ausklinke, spiele ich nicht mehr, dann nehme ich auch nicht am Spiel teil, aber die Wahrnehmung dessen, was ich wirklich bin, ist paradoxerweise nur aus dem Spiel heraus möglich.

Das Sein erfährt sich selbst im Spiel. Das Sein erkennt sich aus dem Spiel heraus. Das Sein bewusst zu sein, bewusst zu erkennen und gleichzeitig das Spiel zu spielen, das ist die Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen. Uns aus dem Spiel zurückzuziehen wie ins Kloster oder in Dauermeditation oder in irgendwelche Orden oder sonst etwas ist eine Wahl, die man treffen kann. Es ist aber keine Grundvoraussetzung, um PING zu leben, um PING in Bewusstheit zu erkennen und es überall zu integrieren. Wir sprechen wieder von „PING sein“, „PING integrieren“. Das ist ja alles schon da. Es geht nur darum, dass wir dies bewusst tun, dass wir wissen, worum es geht. Wenn wir in dieses Wissen eintauchen, ist eine gewisse Stille nötig, die wir herstellen, indem wir alles loslassen, was uns in die Illusion des Spieles bindet. Es ist ein ständiges Hin und Her. Wir werden wieder erfasst vom Spiel, wir gehen wieder zurück. Es ist wie Einatmen und Ausatmen, und irgendwann ist es so selbstverständlich, dass wir mitten im Spiel bewusst Ping sind und gleichzeitig auch das Spiel.

So wie wir jetzt in unseren Körpern sind, unterscheiden wir nicht nach Einzelaspekten wie: Wir sind Körper, wir sind Gefühl, wir sind Geist, wir sind Seele. Das ist völlig egal. Es ist alles da, alles gemeinsam, alles miteinander verschmolzen in einer genialen Einheit. Und diese geniale, verschmolzene Einheit von Spiel und Sein ist das Ziel der Meditation, d.h. ich kann mich nicht auf Dauer von allem zurückziehen. Ich muss darin sein, mitten drin und ich fange an mit einatmen und ausatmen, bewusst verankern und spielen, wieder bewusst verankern und wieder spielen. Das mache ich solange, bis kein Unterschied mehr besteht. Bewusst spielen, verankern, einatmen. Es ist alles ein- und dasselbe. Wenn ich das begriffen habe, höre ich auf zu klagen, höre ich auch auf, mich mit Definitionen auseinander zu setzen. Dann weiß ich, dass ich mein Geburtsrecht wahrnehme, indem ich mich verankere in meinem Sein, indem ich spiele, indem ich genieße, indem ich die Geschichte bin, das wahre Sein, die allumfassende Liebe, das allumfassende Wissen, indem ich im Spiel trotzdem lerne und das Wissen wieder vergesse. Und dann atme ich wieder ein und verankere mich erneut. Das ist das Spiel, Innen und Außen ist ein- und dasselbe. Indem ich mich bedingungslos und vollkommen öffne, kann ich das erste Mal wirklich wissen. Dann spüre ich auch das große Vertrauen, das aus der allumfassenden Liebe heraus mein gesamtes Spiel durchdringt, das ganze Leben. Es ist wichtig, bewusst die Stille zu suchen. Es verhält sich damit genauso wie mit dem Spielchen, dass ich plötzlich an meinen großen Zeh denke. Plötzlich, durch diesen Denkvorgang, nehme ich ihn wahr. Natürlich war er vorher auch schon da, aber mein Bewusstsein war nicht auf ihn ausgerichtet. Genauso ist es mit PING, dem Verankern darin. Ich muss daran denken, ich muss es einfach tun. Das ist der bewusste Akt. Das nennt man Meditation. Das kann immer wieder einmal eine Sekunde sein und es kann auch, weil es so schön ist und weil es so gut tut, auch eine halbe Stunde sein, sogar eine Stunde. Wenn jemand es drei Tage braucht, dann macht er das.

Es gibt keine Regeln. Jeder darf Meditation so handhaben, wie sie für ihn passgenau stimmig ist. Das ist die Freiheit, die wir alle haben. Diese Freiheit flößt machen ein wenig Angst ein, da es keine Rezepte mehr gibt. Wie schmeckt der Kuchen, wenn ich einfach das hineingebe, was mit schmeckt? Es kann etwas dabei herauskommen, was der eine überhaupt nicht mag, aber es ist für mich perfekt. Wir müssen auch lernen, in der großen Freiheit zu schwimmen, indem wir alle Vorstellungen, was Meditation sein soll, was sie bewirken soll, was wir damit tun sollen, loslassen. Das alles muss weg.

Meditation machen wir nicht, UM etwas ZU erreichen. Meditation ist ein Bewusstwerden, nach Hause gehen. Wir sind schon da. Wir sind dort nie weggegangen. Auch wenn es sich widersprüchlich anhört, ist Meditation eine bewusster Akt, aber es kein UM-ZU-Akt. Er ist nur bewusst in der absoluten Offenheit des Anschließens an unser wahres Sein. Und dann spielen wir wieder und schauen zu, wie sich alles entfaltet, dann schließen wir uns wieder an, dann gehen wir ins Spiel. Anschließen, spielen, anschließen, spielen. Alles ist eins, alles gehört zusammen. [rs 16.04.09]

liebe Grüße
Reiner

devanshu

Beiträge: 3.072


04.05.2009 16:32
#2 RE: Meditation Zitat · antworten

In Antwort auf:
Meditation ist still werden und dient dazu, sich wieder anzuschließen, das Bewusstsein auf das Sein auszurichten.


hallo Reiner,
herzlcihen Dank für deinen guten und treffenden Text zur MEditation. Für mich ist das auch so. Viele sehen Medi wohl nur als Entspannungsübung und wissen gar nicht, wieviel sie beim MEditieren lostreten können, bis sie am Grund angekommen sind.
Meditierst du auch??
ICh weiß eigentlich von dir gar nix!

lg
clarissa

Reiner

Beiträge: 73

05.05.2009 10:37
#3 RE: Meditation Zitat · antworten

Hallo liebe Clarissa,

nachdem ich in den Meditationstopf hineingefallen bin, ist es für mich nicht mehr möglich nicht zu medidieren. So ist es, dass ich jetzt schreibe und gleichzeitig meditiere. Ich bins halt, einatmen, ausatmen.

schöne Grüße
Reiner



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