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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 126 mal aufgerufen
 Allgemeines Forum
Reiner

Beiträge: 73

16.03.2009 18:26
Gefühle und Sein Zitat · antworten

Zunächst einmal möchte ich mich bei Euch für Euer Feeback bedanken.

Vielen Dank.

Ein Thema was sehr eng mit uns verbunden ist, ist das Thema Gefühle und Sein. Wie hängt das zusammen?

Kurzversion:
Gefühle sind Anstöße. Sie sind Anstöße zurückzufinden, zurück zu gehen zu dem, was das wahre Wesen ausmacht. Außerdem sind Gefühle Spiegelungen. Sie spiegeln den Grad unseres Verbundenseins mit unserer Quelle wieder.

Ausführungen:
Gefühle (lat. Emotionen) bedeuten, sich heraus zu begeben aus dem Gleichgewicht. Die Gefühle erzeugen in uns ein Gefühl des Lebendigseins, des aktiven Teilnehmens. Intensive Gefühle erzeugen auch eine gewisse Zeitlosigkeit in uns, weil die Konzentration auf die Gefühle, gerade wenn sie sehr stark sind, den Fokus von allen anderen Dingen ablenkt.

Gefühle werden gerne eingeteilt in negative und positive, in angenehme und unangenehme, starke, schwache. Da gibt es eine riesige Skala. Das mag sinnvoll sein. Es ist aber viel leichter, die Einteilung zu lassen.

Fangen wir mal mit negativen Gefühlen an. Negative Gefühle haben oft unsere besondere Aufmerksamkeit, weil diese negativen Gefühle in Zukunft vermieden werden sollen, weil man sie weghaben möchte, weil sie schlicht quälend sind. Dadurch wir die Angst vor negativen Gefühlen noch verstärkt. Aber wenn man ihren wahren Ursprung ansieht, so ist es möglich zu erkennen, dass sie nur aus einem Bewertungsschema entstehen, genauso wie positive Gefühle.

Man kann ja bei Menschen, bei denen eine gewisse Verdrehung stattgefunden hat, beobachten, dass sie das, was andere als negativ ansehen, als positiv empfinden. Das heißt: Die Bewertung bestimmt, wie es im Inneren wahrgenommen wird. Gefühle sind wesentlich komplexer als Gedanken. Sie sind ein Gemisch von Vergangenheit und Zukunft, von Bildern, Gerüchen, Abläufen, sehr komplex und für den Verstand völlig undurchdringlich. Deswegen können wir Gefühlen niemals mit dem Verstand auf den Grund gehen.

Aber wie alles, was erschaffen ist, was im Äußeren oder in uns erscheint, sind Gefühle eben nur etwas Sekundäres, etwas Erschaffenes, und um ihnen auf den Grund zu gehen, muss man den entscheidenden Schritt gehen, der uns zur primären Quelle all dessen, was ist, führt. Diese Quelle all dessen, was ist, trägt viele Namen, ist aber namenlos. Diese Quelle existiert in jedem einzelnen und ist doch ein großes Ganzes.

Wir alle haben nicht nur Anteil daran, wir sind sie. Wir sind buchstäblich eins mit der Natur, mit jedem einzelnen Menschen, den wir kennen oder auch nicht kennen, mit den Gebirgen, Flüssen und Seen und den Gedanken, Vorstellungen, allen Zeiten, allen Orten. Bei dieser Information muss der Verstand streiken. Dafür ist er nicht da. Aber wenn wir uns sehr tief hineinfallen lassen, in uns selbst, gibt es eine Wahrnehmungsinstanz, die diese Wahrheit fühlt. In diesem Moment entsteht etwas, das mit dem Begriff „Gefühle“ nicht mehr richtig beschrieben wird. Es ist ein Wahrnehmen, es ist auch ein Erkennen. Es kann etwas Ähnliches wie ein Bild entstehen. Das, was dann da ist, wird oft beschrieben mit tiefem Frieden, Ruhe und Ausdehnung, einem Verbundensein mit allem. Diese Beschreibung hängt auch davon ab, welche Wörter wir ganz besonders gerne verwenden.

Philosophisch gesehen, könnte man sagen, es ist das Alles im Nichts. Es ist der Gedanke einer Knospe des Lebens oder das allumfassende Noch-nicht. Und gleichzeitig unterliegt diesem eine Zufriedenheit, ein Geborgensein, die Abwesenheit aller Gefühle, die wir normalerweise als negativ oder positiv einstufen. Es ist auch kein Gefühl der Euphorie des Angekommenseins. Es ist einfach da und es ist allumfassend.

Bewegen wir uns aus der Sphäre unseres tiefsten Inneren, so sind wir dort, wo etwas ist, aber die Gefühle noch nicht sind. Dort gibt es zwar Gefühle, aber sie sind nur existent als Möglichkeit einer Anlage. Dort sehen wir Licht, dort spüren wir eine tiefe Liebe und das Gefühl, das damit verbunden ist, ist Dankbarkeit. Dankbarkeit ist die Öffnung für das, was ist. Dankbarkeit hat damit zu tun, etwas erkannt haben zu haben. Hier ist das allumfassende Wissen, das wir anzapfen. Auch das, was hier ist, sind alles wir. Auch wenn es jetzt in verschiedenen Stufen beschrieben wird, so ist es ein untrennbares, ineinandergefügtes Ganzes. Noch einen Schritt weiter entstehen Bilder. Dort sind auch Gefühle. Dort sind Bilder, die wir schon einmal gesehen haben, die uns auch schon einmal Angst gemacht haben, da kommen Erinnerungen, da ist eine Verflochtenheit vorhanden. Es ist ganz nahe an unserem Kern und hier ist auch die Ebene, auf der viel gelöst wird, weil die hier Verbindung zum tiefsten Wesen sehr stark ist. Aber hier sind Gefühle das erste Mal wirkliche Gefühle, denn wir sind bereits in der Sphäre der manifesten Schöpfungen. Manifest bedeutet nicht Materie, sondern nur, dass etwas da ist. Je weiter wir nach Außen, in das große Spiel, einsteigen, das mit dem Verstand gespielt wird, desto mehr Gefühle, sind dort anzutreffen, die wir fühlen, die uns prägen, die wir vermeiden oder suchen.

Da dies alles vom Verstand geprägt ist, versuchen wir zu analysieren. Es ist ein wunderbares Spiel, das aber am Kern der Sache vorbei geht. Hier sind starke positive oder negative Gefühle in ihrem Wesen gleich. Sie zeigen nur in ihrer Intensität den Grad des Abgewandtseins vom tiefsten Kern an, denn auch in extrem positiven Gefühlen sind wir für den Moment vom Kern entfernt. Die einzige Erkenntnis dieser Gefühle ist, ich habe mich entfernt. Also gehe ich den entscheidenden Schritt in die Verbindung mit meinem Kern zurück. Man kann dies mit bestimmten Techniken tun, man kann auch einfach loslassen. Festhalten wollen erzeugt Qual, weil es gegen die Natur dieser erschaffenen Dinge ist. Es ist eine Vergewaltigung der Natur, festhalten zu wollen.

In vielen Therapien geht es darum, negative Gefühle zu bewältigen. Das kann klappen, das kann aber auch schief gehen. Die negativen Gefühle zu durchschreiten und damit ihre Nichtigkeit zu erkennen, ist ein sehr schöner Weg, der zeigen kann, das NICHTS bleibt, auch keine Negativität. Dasselbe ist auch sinnvoll mit besonders positiven Gefühlen, die wir ja eigentlich suchen und nicht vermeiden. Auch sie zeigen einen Grad des Entferntseins an. Positive Gefühle zu bewältigen, genauso wie negative Gefühle, ist ein sehr kraftvoller Prozess, in dem wir, egal ob es um positive oder negative Gefühle geht, die Energie, die große Power unsere Gefühle benutzen, damit diese Kraft uns wieder zurückbringt in das Auge des an der Oberfläche tobenden Sturmes, nämlich zum Kern.

Egal wie Gefühle aussehen, sie sagen nur: Ich bin entfernt, geh zurück!

schöne Grüße
Reiner

Christine

16.03.2009 18:37
#2 RE: Gefühle und Sein Zitat · antworten

In Antwort auf:
Ein Thema was sehr eng mit uns verbunden ist, ist das Thema Gefühle und Sein. Wie hängt das zusammen?

Danke für Deinen langen Beitrag Reiner.
Mir fällt dazu ein:

Manche sagen ja: "Eine Überzeugung, ein Gedanke, erschafft erst das Gefühl"
Schtimmt, meist ist da erst ein Gedanke: "Igitt, wie eklig" und dann das Gefühl... wenn einem der Gedanke auch nicht immer gleich bewußt ist.
Neulich hab` ich aber tatsächlich festgestellt, da ist ein Gefühl ....
und dann fängt der Verstand dann erst an, diese Gefühl erklären zu wollen. Das war echt eine lustige Erfahrung; der Arme mühte sich ab zu verargumentieren warum sich da nun so eine, ich glaub es war Trauer, eingestellt hatte.

Am Ende ist es aber so: "Weder die Gedanken, noch die Gefühle sind meine/deine"
sie sind einfach nur.

Vera

16.03.2009 19:08
#3 RE: Gefühle und Sein Zitat · antworten

Zitat von Christine

Neulich hab` ich aber tatsächlich festgestellt, da ist ein Gefühl ....
und dann fängt der Verstand dann erst an, diese Gefühl erklären zu wollen. Das war echt eine lustige Erfahrung; der Arme mühte sich ab zu verargumentieren warum sich da nun so eine, ich glaub es war Trauer, eingestellt hatte.

Am Ende ist es aber so: "Weder die Gedanken, noch die Gefühle sind meine/deine"
sie sind einfach nur.




Ja!
(Und selbst die Bezeichnung "Trauer" is doch nur nen Gedankenfabrikat, watt im reinen Gefühl nich vorhanden ist...oder wars da bei dir anders, Chrissi?!)



Christine

16.03.2009 19:22
#4 RE: Gefühle und Sein Zitat · antworten

In Antwort auf:
Ja!
(Und selbst die Bezeichnung "Trauer" is doch nur nen Gedankenfabrikat, watt im reinen Gefühl nich vorhanden ist...oder wars da bei dir anders, Chrissi?!)

Ne, ne Du. Aber mussts ja hier wohl irgendwie benennen.
In dem Moment wo "Benennen" da ist, ist man ja schon wieder im Kopf und nicht im Gefühl...
eine spannende Übung für die, dies noch interessiert.
Denkt man, fühlt man nicht - fühlt man völlig ohne Geschichte, ist man das Gefühl, bzw. nicht mehr da. (war doch so oder ... hab mir da schon länger keine Gedanken mehr drüber gemacht merk ich da *ggg*)

Vera

16.03.2009 19:26
#5 RE: Gefühle und Sein Zitat · antworten

Zitat von Christine
In Antwort auf:
Ja!
(Und selbst die Bezeichnung "Trauer" is doch nur nen Gedankenfabrikat, watt im reinen Gefühl nich vorhanden ist...oder wars da bei dir anders, Chrissi?!)

Ne, ne Du. Aber mussts ja hier wohl irgendwie benennen.
In dem Moment wo "Benennen" da ist, ist man ja schon wieder im Kopf und nicht im Gefühl...
eine spannende Übung für die, dies noch interessiert.
Denkt man, fühlt man nicht - fühlt man völlig ohne Geschichte, ist man das Gefühl, bzw. nicht mehr da. (war doch so oder ... hab mir da schon länger keine Gedanken mehr drüber gemacht merk ich da *ggg*)





Das erinnert mich an Worte von "jemandem"...wo ich gezz vergessen hab, wer das gesagt hat...öhm......also, hab ich wohl mal irgendwo gelesen: "Gedanken sind deine Freunde...sie tauchen nur auf, wenn du nicht glücklich bist."

Manfred

Beiträge: 4.214


16.03.2009 19:37
#6 RE: Gefühle und Sein Zitat · antworten

Danke Reiner, für Deinen tollen Beitrag.

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