Die Stadt hat sich in den letzten 20 Jahren auf eine boshafte Weise nicht verändert. So als wollte sie dir zeigen, dass alles nur Traum war. Wenn alles vorbei ist, so sagt sie, wird sie sein wie sie immer war, du nur, du nur hast geträumt. Sie scheut sich auch nicht, mit der Morgensonne zu kokettieren. Sie möchte dich dazu bringen, dass du ihre Zugehörigkeit zur Morgensonne anerkennst. Sie will dich glauben machen, du stündest allein. Die Stadt ist niemandens Freund. Sie läßt dich nicht gehen, sie läßt dich nicht bleiben. Sie ist dir über. Sie lacht dich aus, wenn du davon sprichst, sie zu verlassen. Sie lacht dich aus, wenn du anderswo lebst und denkst, du hättest dich von ihr befreit. Sie hat dich. Und ihre Augen leuchten. Dich in eine Liebe zu ihr zu flüchten, wird dich nicht vor ihr retten. Sie hat dich längst verdaut. Sie läßt nicht mit sich reden. Nenne sie nicht Heimat. Nenne sie Schmerz. Nenne sie Kralle. Nenne sie deinen Tod. Nenne sie das Sterben. Von mir aus nenne sie Leben, aber nenne sie nicht Heimat.
Für die Stadt kann man nichts tun. Wer immer auch vorgibt, etwas für sie tun zu wollen, kennt sie nicht. Sieht sie nicht. Hat sie vielleicht früher einmal gesehen, doch nun nicht mehr.
Sie sagt, sie wäre es, doch es ist die Dunkelheit und die nur auf der Gesichtshaut empfundene Kälte des Dezembermorgens. Der anheimelnde Geschmack von Pfefferminztee aus Plastiktassen gehört auch nicht zu ihr. Du hattest Kaffee zum Frühstück und diese Macht besitzt sie nicht. Jedoch kennt sie dich und du hast keine Chance.
Zeigt sie dir die Plätze, zu denen sie gingen? Die, die vor dir waren? Läßt sie dich über ihre morbiden Schätze stolpern? Fast wie aus Versehen? Rost und bröckelnder Putz als Beweis für irgendwas? Gar als das letzte Argument, von dem sie weiß, dass du es fressen wirst? Das, was du sagst, glaubt sie dir so wenig, wie du es selbst glaubst. Sie weiß zuviel. Sie hat dich am Zügel. Du kannst wählen was immer du willst – du hast keine Wahl. Sie ist in dir.
ich habe diesen Text nicht verstanden. Auch wenn ich ihn allegorisch nehme, ihn als ein inneres Geschehen ansehe, verstehe ich ihn nicht, kannst du mir dabei helfen?
LG von gabi
____________________________________ ...einfach nur leben...
ich habe diesen Text nicht verstanden. Auch wenn ich ihn allegorisch nehme, ihn als ein inneres Geschehen ansehe, verstehe ich ihn nicht, kannst du mir dabei helfen?
LG von gabi
Hallo Gabi, es ist ein inneres Geschehen. Sehr viel mehr sagt der Text nicht aus. Alles was im "Außen" scheinbar stören kann, stört innen. Auch das, was dich im "Außen" zu dir trägt, fuktioniert ausschließlich innen. Lieber Gruß Patrick
ich versteh ihn so, daß es das scheinbare einnisten des "ichs" in der scheinbaren materie ist.........von dessen gedanken und tun aber die quelle allen SEINS sich in keinster weise berührt fühlt
Zitat von Hornisargadatta...entweder alles ernst nehmen oder nichts: Beides führt nach Hause.
Dann nehm ich das Zweite! Merci und viele Grüße, gabi
Hallo Gabi, das wird bei den meisten von Zeit zu Zeit wechseln. Jedoch wenn das Nichternstnehmen wirklich tiefgegangen ist, ist hernach das Ernstnehmen von einer anderen Qualität als das was "Lieschen Müller" unter "Ernstnehmen" versteht. Es ist so ganz anders und so viel mehr...
ich versteh ihn so, daß es das scheinbare einnisten des "ichs" in der scheinbaren materie ist.........von dessen gedanken und tun aber die quelle allen SEINS sich in keinster weise berührt fühlt
lg. ingrid
Hallo Ingrid,
das "ich" gibt es nur wenn Materie erscheint. Sobald Materie da ist, ist auch jemand da der sie erkennt. Für viele spirituellen Übungen (die niemand braucht) ist diese Trennung zwischen "ich" und Materie nötig. Diese Trennung hat aber nichts reales. Das Thema ist auch in der Katzen- bzw. Sofageschichte: http://www.das-eine.de/herr_ferdinand_katze.htm